Ernst nehmen: 8 von 10 Menschen die sich getötet haben, kündigten ihren Selbstmord an. 85% die einen misslungenen Selbstmordversuch hinter sich hatten, versuchten es später wieder. Davon verlief bei 10% der Versuch tödlich.


Frühzeichen: Verhaltensänderungen, Rückzug und Isolation, Verminderung der Aktivitäten, Konzentrationsprobleme und schlechte Leistung, körperliche Beschwerden, Reizbarkeit, Aggressivität, gedrückte Stimmung, Ankündigung von Suizid. In die Hosen machen. Schreikrämpfe bekommen. Am Boden herumtoben. Erbrechen wenn es zum Beispiel in die Schule sollte. Wieder ins Bett machen. Neben die Toilette machen. Im Garten ein Loch schaufeln und sich darin verkriechen. Wenig spielen. Stimmungsschwankungen. Plötzlich wenig aus der Schule erzählen. Starke Eifersucht auf Geschwister. Auffallend viel Streitereien die von den Eltern beendet werden müssen.

Hilfe: Wenn Sie den Verdacht haben, mit ihrem Kind stimmt etwas nicht, warten Sie nicht bis sie ganz sicher sind dass ihr Kind Selbstmordprobleme hat. Unternehmen Sie frühzeitig etwas.

Reden: Grundsätzlich muss der Verdacht schnell angesprochen werden. Dabei muss Spott, Ironie, abwertende Kritik und eine überhebliche Haltung tunlichst vermieden werden. Reden Sie mit ihrem Kind nicht unter Zeitdruck oder fehlenden Interesse, denn "Pflichtübungen" werden vom Kind sofort erkannt. Machen Sie nicht den Fehler zu glauben, nach einem guten Gespräch sei das Problem aus der Welt geschafft. Selbstmordgedanken haben eine lange Geschichte. Und die Lösung des Problems braucht genau diese Zeit die der Aufbau zum Suizid gebraucht hat um sich wieder zurückzubilden.

Lösung: Beim Sorgentelefon ist uns zum Beispiel aufgefallen: "Die Art wie sich ein Kind umbringen will symbolisiert die Lösung." Wenn sich das Kind mit Tabletten umbringen will, so symbolisiert das Vergiftung. Das Kind hat Angst vergiftet zu werden. In der Familie wird demnach zuviel "gegiftet". Es gibt, vom Kind aus gesehen, zuviel "Gift" in der Familie. Das "Gift" kann Spott sein oder verstecktes Mobbing. Ergo muss die Familie "entgiftet" werden.

Oder das Kind erzählt es würde sich erhängen, so ist das "hängen" in der Familie ein Problem. Hängen heisst eigentlich, an einem Punkt befestigt sein oder schweben. Nicht vorwärts kommen, keine Zukunft mehr sehen, usw. Es mangelt an Freiheiten. Das Kind ist mit dem Leistungsauftrag den es von seinen Eltern übernommen hat, überfordert. Ergo muss die Familie dem Kind mehr Freiheit (Leben) ermöglichen und die Pflicht zur Leistung zurückschrauben. Frei nach dem Prinzip, "man kann ein Kind nicht immer nur aufziehen, man muss es auch laufen lassen".

● Sorgentelefon für Kinder ● 0800 55 42 10 ● www.sorgentelefon.ch ●