Ein bestimmtes Gen kann bei Menschen die Neigung zum Selbstmord fördern. Das berichtet Joachim Kuznik von der Universität München. Dreimal häufiger entdeckte der Forscher das Gen bei Selbstmördern als bei einer Gruppe von Vergleichspersonen.


So wurden 155 Selbstmörder und 135 Personen, die auf andere Weise gestorben waren, untersucht. Dabei fiel ein Gen auf, das im Gehirn die Funktion des Botenstoffes Serotonin stört. Selbstmörder hatten zwei Kopien dieses Gens. Eine einfache Kopie verdoppelt das Selbstmordrisiko.

Wie das Gen die Neigung zum Suizid verstärkt, ist nicht klar. Da Serotonin beruhigt und das Gen Serotonin stoppt, kann es zur "Autoaggression gegen sich selbst" führen.

Das Medikament Fenfluramine löst bei gesunden Menschen eine Serotoinwelle aus. Bei depressiven Patienten fallen diese Reaktionen geringer aus.

Es gibt, so Kuznik, nicht das "Suizidgen". Der Genabschnitt ist nur einer von vielen Risikofaktoren.

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